Sterndeuter folgen dem Stern

Wenn Gott ungewöhnliche Wege geht

Jürgen Ferrary
22. Dezember 2025

„Hat Gott schon einmal zu dir gesprochen?“ Diese Frage höre ich immer wieder. Und meine Antwort lautet jedes Mal: Ja. Oft. Und ehrlich gesagt: Manche dieser Momente haben mein Leben ganz schön durcheinandergewirbelt. Aber rückblickend kann ich sagen – es war immer gut.

Fast genauso regelmäßig folgt die nächste Frage: „Aber wie spricht Gott eigentlich zu uns?“

Meine ehrliche Antwort darauf ist: Ich kann erzählen, wie Gott zu mir gesprochen hat. Aber ich kann nicht festlegen, wie er zu dir spricht. Denn Gott ist kreativ. Und weil wir Menschen so unterschiedlich sind, wählt er auch sehr unterschiedliche Wege, um uns zu führen, zu leiten und zu ermutigen.

Ein wunderbares Beispiel dafür finden wir in der Weihnachtsgeschichte – bei den Sterndeutern, den sogenannten „Weisen aus dem Morgenland“. Ob es nun Könige waren oder nicht, wie viele es wirklich waren – all das ist am Ende zweitrangig. Entscheidend ist etwas anderes: Gott wählte für sie einen höchst ungewöhnlichen Weg.

Er führte sie durch einen Stern.

Das klingt für uns heute fast romantisch oder märchenhaft. Aber für diese Männer war es alles andere als alltäglich. Sie folgten einem Zeichen, das ihnen sagte: Hier passiert etwas Göttliches. Und sie vertrauten diesem Zeichen. Sie machten sich auf den Weg, ohne genau zu wissen, wo er enden würde.

Matthäus berichtet: „Nach diesem Gespräch machten die Sterndeuter sich auf den Weg. Wieder erschien ihnen der Stern und führte sie nach Bethlehem. Er zog ihnen voran und blieb über dem Ort stehen, wo das Kind war.“ (Matthäus 2,9)

Später erfuhren sie sogar im Traum, dass sie einen anderen Weg zurückgehen sollten, um dem machthungrigen und brutalen Plänen von König Herodes aus dem Weg zu gehen. Auch darauf hörten sie. Sie vertrauten Gottes Führung – selbst dann, als sie ungewöhnlich, unlogisch oder riskant erschien.

Und genau hier wird diese alte Geschichte plötzlich sehr aktuell.

Denn auch heute spricht Gott. Vielleicht nicht durch Sterne am Himmel – aber durch Menschen, durch sein Wort, durch Gebet, durch innere Eindrücke, durch Umstände, die sich fügen oder eben auch schließen. Oft ist es, zumindest in meiner Erfahrung, eine Mischung aus all dem.

Nicht alles, was Gott tut, ergibt für uns sofort Sinn. Manches verstehen wir erst im Rückblick. Aber wenn die Führung von ihm kommt, dürfen wir darauf vertrauen: Gott sieht weiter als wir. Seine Perspektive ist größer. Und sein Ziel ist gut.

Herausforderung für heute: Nimm dir heute ein paar Minuten Zeit und schau auf deinen eigenen Weg zurück. Wo würdest du sagen: Hier hat Gott geführt? Wo hat er Türen geöffnet – oder bewusst geschlossen?

Und dann bete ganz schlicht: „Gott, ich möchte deiner Führung vertrauen – auch dann, wenn ich nicht alles verstehe.“

Vielleicht zeigt er dir heute keinen Stern. Aber vielleicht zeigt er dir den nächsten Schritt.

Sei gesegnet!

„Vertrauen heißt nicht, den Weg zu kennen – sondern dem zu folgen, der ihn kennt“ (Antoine de Saint-Exupéry).

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